Einleitung
Der Buchsbaum ist zur Zeit eine sehr populäre Pflanze und erlebte in den vergangenen zehn Jahren eine Renaissance. Er ist aber kein Neuling auf dem Gartengebiet. Im alten Japan und in China, der Wiege vieler Buchsbaumvarietäten, wurde er millionenfach angepflanzt. Der Buchsbaum ist sehr vital und anpassungsfähig – so überlebt er z.B. sehr oft Waldbrände. Er ist leicht zu kultivieren und kann den Schnitt, wenn er denn richtig durchgeführt wird, hervorragend vertragen, und deshalb schnitten ihn schon die Römer als Erste in bizarre Formen wie Säulen, Kugeln, Pyramiden, und Tierfiguren. In den französischen Barockgärten und italienischen Renaissancegärten wurde die Schönheit vom Buchsbaum wiederentdeckt. Vor allem in barocken Gärten werden geometrische Figuren daraus gemacht. Aber in den letzten Jahren hat der Buchsbaum fast unbemerkt auch einen Siegeszug durch die modernen Architektengärten angetreten. Freiflächen in öffentlichen Parks füllten sich mit Skulpturen, Hecken und kompakten Flächen aus Buchsbaum. Die Zeit der langweiligen Rasenflächen scheint vorbei zu sein. Sogar in kleinen Stadtgärten und als Topfpflanze auf Terrassen oder Balkonen ist dieser Strauch nicht mehr wegzudenken
Geschichtliches
Der Name stammt wahrscheinlich vom lateinischen Wort buxus, und das wiederum hat seinen Ursprung im griechischen Wort pyxos, was fest bedeutet. Das fest bezieht sich dabei auf das feste Holz des Strauches. Zugeschrieben wird dieser Name dem griechischen Philosophen und Naturforscher Theophrast (371 – 287 v. Chr.). Der Artname sempervirens heißt in der direkten Übersetzung immer lebend (semper = immer, vivus = lebend), auf die Pflanze bezogen bedeutet er immergrün.
Buchs wurde auch früh als wertvoller Holzlieferant erkannt und benutzt. Bei Ausgrabungen in Frankreich fanden Archäologen einen Wurfspieß, der zum Teil aus Buchsbaum war; er wurde auf ca. 780 v. Chr. datiert. Das Holz ist creme- bis gelbfarbig, elastisch und schwer. Es wurde gerne für die Herstellung von Bechern, Arzneigefäßen, Flöten, Schreibtableaus, Juwelenkästchen und als Intarsienholz verwendet. Heute wird Buchsbaumholz noch als Drechselholz und vor allem als Musikholz (hochwertige Flöten) eingesetzt. Und schließlich hat ihn auch die Volksmedizin als Heilmittel entdeckt. Seine buxinhaltigen Blätter, seine Rinde, seine Wurzeln und Knospen wurden gegen Venenleiden und Haarausfall, als Fieber-, Abführ- und Rheumamittel eingesetzt, auch wenn der deutsche Botaniker Hieronymus Bock (1498 – 1554) keine große Meinung vom Buchsbaum hatte: „Weiter will ich mit dem Buxbaum nichts zu tun haben. Will aber jemandes ein rot haar haben / der mag Buxbaumen laub und Stengel in laugen sieden / und damit sich zwagen.“ Hatte man Feinde, kochte man ihnen einen Tee aus den Blättern und der Rinde des Baumes. Nach anfänglicher Übelkeit bis hin zum Kreislaufkollaps und der resultierenden Lähmung, trat dann schnell der Tod ein!
Dies ist auch der Grund dafür, dass der Buchsbaum weder von Schnecken befallen noch von Wildarten verbissen wird, und darum (wegen seiner Toxizität) benutzt man den Buchsbaum heutzutage nur noch selten als Heilkraut, da die Dosierung problematisch ist. In der Homöopathie wird Buchsbaum noch gegen Rheuma verwendet. Bei den Christen dient der immer grüne Buchsbaum als Palmersatz am Palmsonntag. An Rhein und Mosel führt er daher auch die Bezeichnung Palmbaum oder Wilde Palme, und Palm heißt er auch in den Niederlanden. Nach dem Volksglauben konnte man mit Buchszweigen, die am Palmsonntag geschnitten und in der Kirche geweiht wurden, Hexen, Geister und Blitze abwehren
Verbreitung
Der Buchsbaum gedeiht auf kalkhaltigen, durchlässigen Steinschuttböden. In Deutschland sind natürliche Bestände nur noch sehr selten an wenigen Standorten an Hängen und lichten Wäldern im Rhein- und Moselgebiet und in Teilen des Schwarzwaldes zu finden.
In Europa gibt es wild nur den Buxus Sempervirens und den Balearen-Buchsbaum. Viele andere Arten sind aber auch in Afrika, Amerika und Asien verbreitet.
Klassifizierung
Der Buchsbaum gehört zur Familie der Buchsbaumgewächse und wird botanisch folgendermaßen klassifiziert:
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Systematik
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Überabteilung:
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Samenpflanzen (Spermatophyta)
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Abteilung:
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Blütenpflanzen (Magnoliophyta)
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Klasse:
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Dreifurchenpollen-Zweikeimblättri ge
(Rosopsida) |
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Ordnung:
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Buchsbaumartige (Buxales)
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Familie:
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Buchsbaumgewächse (Buxaceae)
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Gattung:
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Buchsbäume (Buxus)
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Art:
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Gewöhnlicher Buchsbaum
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Wissenschaftlicher Name
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Buxus sempervirens
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Gliederung
Zu den bekanntesten Buchsbaumarten zählen neben dem oben abgebildeten europäischen buxus sempervirens auch der buxus microphylla aus Asien. Von diesen beiden winterharten Buxus-Arten stammen die meisten der hierzulande gebräuchlichen Buxus-Sorten ab. Neuerdings gibt es auch exklusive, aber nicht frostfeste Arten, die den deutschen Winter nur an der klimatisch bevorzugten Bergstraße oder im Kalthaus überstehen. Dazu gehören buxus wallichiana aus Indien, die chinesischen buxus bodinieri und buxus harlandii und der spanische buxus balearica.
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Seit ein paar Jahrhunderten werden Buchse beschrieben. In Latein, in Deutsch, in Englisch, dann wieder in Französisch. Italiener gaben Namen, Chinesen machten Korrekturen, Amerikaner und Japaner mischten sich in die Namensgebung ein und auch aus den Niederlanden meldeten sich Buchszüchter. Bei einzelnen Buchsen tauchen Mehrfachbenennungen auf. In manchen Fällen lassen die Buchspflanzen keine sichtbaren Unterschiede erkennen, selbst wenn diese ursprünglich aus weit entfernten Gegenden stammen. Es ist daher sehr schwer, die Anzahl der Buchsbaumarten und –sorten genau festzulegen. Es gibt ca. zehn bekannte Buchsbaumarten, wobei die Anzahl der Arten je nach Quelle zwischen 9 und 17 schwankt. Die Anzahl der Buchsbaumsorten und deren Varietäten liegen zwischen 80 und 120. Es kann daher sinnvoll sein, die einzelnen Buchsbaumsorten nach deren Wachstum zu unterscheiden. Die untenstehende Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, umfasst aber doch die hierzulande gebräuchlichsten Buchsbaumsorten.
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Eignung
Bei der Bundesgehölzsichtung hat man über einen Zeitraum von 5 Jahren 18 verschiedene Buchsbaumsorten genauer unter die Lupe genommen. Ziel war es, herauszufinden, welche Buchsbaumsorten für welchen Zweck am besten geeignet sind, und auf welche Sorten man ggf. auch verzichten könnte. Die fünfjährige Sichtung an 10 Standorten hat ein überwiegend einheitliches Verhalten des Sichtungssortimentes ergeben. Zwar waren die Wuchshöhe und Wuchsbreite nach Standortbedingungen in den Sichtungsgärten etwas unterschiedlich, dennoch lässt sich eine weitgehend allgemeingültige Aussage zur Pflanzenentwicklung und zur Verwendung der Sorten ableiten. Schwachwüchsige Sorten zeigten auch ohne Rückschnitt eine kugel- oder kegelförmige Wuchsform.
Bei den stärker wachsenden Sorten bewirkte der Rückschnitt eine stärkere Verzweigung und einen dichteren Pflanzenaufbau. Besonders bei den stark wachsenden Sorten führte der Rückschnitt zu einer besseren Wuchsform. Weitgehend einheitlich beurteilt wurde Widerstandsfähigkeit gegenüber Winterfrost und die Verwendungseignung des Sichtungssortimentes. Als ausgezeichnete Sorten wurden auf Grund der sehr ansprechenden Wuchsform, der besonders dekorativen Blattwirkung und der Eignung für viele Formen die Sorten Blauer Heinz (Der Name „Blauer Heinz“ leitet sich ab vom Herrenhausener Gartenmeister Heinz Gruppe, der diese blaugrüne Sorte aus einer Sämlingspflanzung selektierte.), Suffruticosa und B. sempervirens var. arborescens eingestuft. Zwar zeigte Suffruticosa im Winter 1996/1997 mittelstarke Frostschäden, die jedoch leicht durch Schnitt korrigiert werden konnten oder die sich ohne Schnitt überwachsen. B. microphylla var. koreana, Angustifolia, Hollandia wurden als sehr gute Sorten eingestuft. Ihre Wuchsform, die Eignung zur Verwendung für Formen oder als Solitärpflanze, z.B. bei B. microphylla var. koreana, war dafür maßgebend. Elegantissima, Handsworthiensis, Pyramidalis, Rotundifolia und Marginata wurden als gute Sorte oder als Sorte für Spezialzwecke eingestuft, da ihr Gartenwert sehr unterschiedlich beurteilt wird. Sie eignen sich wegen des bizarren Wuchses als Solitärpflanzen, können aber auch durch häufiges Schneiden zu interessanten Pflanzenformen gezogen werden. Die Sorte Faulkner ist als gute bis sehr gute Sorte zu bezeichnen. Sie eignet sich zwar sehr gut für kugelige Formen, jedoch mindert das Auftraten von Triebverbräunungen im Winter etwas den sehr guten Verwendungswert. B. microphylla var. japonica, Green Gem und Herrenhausen wurden wegen ihrer Wuchsform, der Blattstellung, der hellen Blattfarbe oder einer geringen Widerstandsfähigkeit als gute Sorte oder Sorte für Spezialzwecke eingestuft. Entbehrlich ist die Sorte B. microphylla Winter Beauty, da sie kaum unterscheidbar von B. microphylla var. koreana ist, jedoch schlechtere Wuchseigenschaften und eine erhöhte Frostanfälligkeit aufweist. Latifolia Maculata ist wegen der wenig ansprechenden Blattfarbe und wegen der erhöhten Anfälligkeit gegenüber Frost oder Sonneneinstrahlung als Sorte für Spezialzwecke einzustufen.
Standort und Klima
Der Buchsbaum ist eigentlich eine sehr unempfindliche Pflanze und stellt keine hohen Ansprüche an die Bodensorte oder den Standort. Er wächst auf fast allen Böden, ob Lehm oder Sand, ob feucht oder trocken. Sonne oder Schatten machen ihm wenig aus, obwohl die Blätter im Schatten etwas dunkler werden. Zudem ist er winterhart und eignet sich auch gut als Topf- oder Kübelpflanze für Garten und Terrasse. Die einzige Bedingung, die diese Pflanze stellt, ist eine lockere, kalkreiche Erde, und natürlich viel Wasser! Er wächst hervorragend als Unterholz und kann ohne Bedenken als Waldsaumgehölz Verwendung finden. Kein anderes Gehölz kann als Hecke so getrimmt werden, dass es bis unten dicht bleibt und dadurch Bodenerosion verhindert!
Aufzucht und Pflege
Der Buchsbaum ist eine relativ „teure“ Pflanze. Dies aber nicht, weil die Pflanze so extrem selten oder empfindlich ist. Der Grund ist vielmehr darin zu suchen, dass im fertigen Buchsbaum, so wie er beim kompetenten Händler dann steht, viel Arbeit, Geduld und Fleiß steckt. Das ist Handarbeit,
und Handarbeit ist teuer, und so erklären sich Preise, die durchaus im vierstelligen, manchmal sogar im fünfstelligen Euro-Bereich liegen können. Aus diesem Grunde liegt es nahe, den Buchsbaum selbst aufzuziehen. Da die Aussaat durch Samen sehr langwierig ist, wird Buchsbaum meist durch Stecklinge vermehrt. Hier eine kleine Anleitung, wie dabei vorzugehen ist: Die Stecklinge sollten im März/April geschnitten werden. Sie sollten 20 – 25 cm lang sein und können getrost mit der Hand ausgebrochen werden. Die unteren 2/3 werden dann vom Blattwerk befreit und gleich an Ort und Stelle in den gut durch gelockerten Boden gesteckt. Bei schweren Böden ist es ratsam, etwas Sand und als Basisdünger etwas Knochenmehl beizumischen. Auch etwas Kalk schadet nicht. Um später eine formvollendete Hecke zu bekommen, sollte man die Setzlinge etwa im Abstand von 15 - 20 cm einstecken. Schon nach relativ kurzer Zeit bilden sich die ersten Wurzeln. Größere Stecklinge kann man auch zu Einzelpflanzen ziehen. Hier erschafft man sich ein Mini-Gewächshaus, indem man im ersten Jahr ein leeres Einweckglas über die Pflanze stülpt. Wenn man den Buchsbaum im Topf oder im Kübel pflanzt, sollte man einige Regeln beachten: Die Wurzeln sind besonders empfindlich. Wenn man schon einmal Buchsstecklinge erfolgreich eingetopft hat, merkt man, dass die jungen Wurzeln relativ schnell den Topfrand erreichen und ihm dann folgen. Der innere Wurzelballen wird erst später gebildet.
Dadurch ist der junge Buchsbaum besonders empfindlich gegen Kälte oder Hitze. Das Phänomen, den Topf von innen auszukleiden, bringt ihn also rasch in die Gefahr zu erfrieren, zu verbrennen oder zu verdursten, dies umso mehr, wenn man einen kleinen Topf ausgewählt hat. Durch das schnelle Wurzeln kann es dazu kommen, das bald keine Pflanzenerde mehr im Topf ist, d.h. es gibt nichts mehr, was Wasser speichern könnte, und deshalb kann der Buchsbaum trotz täglichen Gießens vertrocknen. Also: der Topf muss groß sein, und groß bedeutet größer als der Durchmesser der Pflanze. Außerdem: Wenn der Durchmesser einer Figur größer ist als der Topf, dann ist der Buchs quasi sein eigener Regenschirm, das Wasser läuft von ihm ab und erreicht nie die Wurzeln, selbst nach einem schweren Regenfall nicht. Selbstverständlich gibt es Abhilfe, selbst in einem kleineren Topf: regelmäßig düngen und wässern, also auch während einer Regenperiode. Auch im Winter ist regelmäßiges Gießen notwendig, weil die Verdunstung weiter anhält und der Buchs gerade im Winter den Großteil seiner Wurzeln bildet. Bei Buchsbäumen in Töpfen ist es noch wichtig zu wissen, dass auch zuviel Gießen schadet: Der Buchsbaum liebt keine „nassen Füße“. Deshalb sollte der Topf ein großes Abflussloch haben. So kann das Wasser abfließen, außerdem erreicht Luft die Wurzeln, und das ist auch wichtig. Für die gesunde Ernährung des Buchsbaumes ist eine ausgewogene Kombination von Nährstoffen notwendig. Im Fachhandel sind spezielle Buchsbaum-Flüssig-Dünger erhältlich, die neben den org
anischen Nährstoffen auch eine Reihe von Spurenelementen enthalten. Der Buchsbaum sollte einmal wöchentlich mit dem Gießwasser gedüngt werden. Bekommen die Blätter weiße Ränder oder eine fahle Farbe, bedeutet dies immer Kalk- oder Nährstoffmangel. Die regelmäßige Düngung ist also wichtig, darüber hinaus kann man noch etwas Kalk unter die Erde mischen oder extra um den Ballen streuen. Man sollte den Strauch nicht zu spät im Jahr düngen, denn jedes Düngen erzeugt weiche, frostanfällige Triebe. Weil aber nur reife Triebe heil über den Winter kommen, bedeutet dies, dass man spätestens im Oktober mit dem Düngen aufhören sollte. Klare Wintertage mit Frost können den Buchs vertrocknen lassen. Abhilfe schafft hier ein Umwickeln des Topfes mit einem handelsüblichen Vlies. Wenn man sich an diese Regeln hält, wird man viel Freude am Buchsbaum haben. Es gibt aber trotz seiner Robustheit noch eine Schwachstelle am Buchsbaum: Wenn Hunde und Katzen ihre Markierungen anbringen, sterben die betroffenen Blätter und Zweige ab. Deshalb sollte man die Pflanze „Hunde-und-katzensicher“ aufstellen. Wahrscheinlich leicht gesagt, aber schwer getan.
Buchsbaumschnitt

Den „richtigen“ Zeitpunkt für den Buchsbaumschnitt gibt es nicht. Erfahrungen von Profis und Amateuren haben gezeigt, dass dieser nicht allein von der Buxus- Art und –Sorte abhängt, sondern auch von der Form, der gewünschten Perfektionierung und auch von anderen Arbeitsschwerpunkten im heimischen Garten. Bis dato galt folgende Regel: Nie in der prallen Sonne schneiden bzw. nach dem Schneiden zu wässern. Dies ist aber neuerdings infrage gestellt: Es gilt natürlich weiterhin, nur an trüben Tagen zu schneiden, damit die freigestellten Blätter keinen „Sonnenbrand“ bekommen, aber bitte nicht mehr an feuchten Tagen, und bitte auch nicht mehr nach dem Schneiden wässern. Der Grund ist ein neuartiger pilzlicher Krankheitserreger, der mit seinen durch Luftbewegung übertragenen Sporen immer weiter um sich greift und seine Opfer besonders leicht und häufig in den frisch geschnittenen Buchsbäumen findet. Cylindrocladium buxicola heißt der Übeltäter, mehr hierzu im Kapitel „Krankheiten und Schädlinge“. Jetzt heißt es also: Den Buchsbaum beim Schneiden vor Blattnässe schützen, das Laub nicht überbrausen, und den Standort so wählen, dass nach Regenfällen das Laub schnell wieder abtrocknet
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Als Faustregel für den Schnitt gilt: Es gibt zwei Schnittphasen, den Grobschnitt und den Feinschnitt. Der Grobschnitt ist die Zeit im Frühjahr, in der der Buchsbaum noch keine Triebe bildet, also im März und im April. In dieser Zeit gibt man dem Buchsbaum die Form, die er im Sommer über haben soll bzw. man gibt ihm die Form zurück, die er im Vorjahr hatte. Man kann beim Grobschnitt, wie der Name auch sagt, ruhig etwas rustikaler vorgehen, denn in dieser Zeit nimmt es der Buchsbaum noch nicht einmal übel, wenn er mit einer Akkuschere geschnitten wird, die aber ansonsten absolut verpönt sein sollte, weil sie das Buchsbaumblatt beim Schneiden mehr quetscht und rupft, anstatt glatt und sauber durchtrennt. Anders sieht es in der Feinschnittphase aus, dem Zeitpunkt von Anfang Mai bis Anfang September. Der Buchsbaum treibt jetzt aus, und die frischen Triebe sollten geschnitten werden, damit die Pflanze seine Form behält. Jetzt ist es wichtig, ein Werkzeug zu wählen, dass das Buchsbaumblatt und den Buchsbaumstängel beim Schneiden glatt und sauber durchtrennt und nicht quetscht oder reißt. So werden gelbe oder braune Verfärbungen, die das Wachstum des Buchsbaumes behindern, vermieden. Als besonders vorteilhaft haben sich dabei die Buchsbaumscheren der Firma Master-Garten herausgestellt.
Die Frage, wie oft geschnitten werden soll, beantwortet der Buchsbaum selbst. Immer wenn sich Triebe gebildet haben, die aus der Form herauswachsen, kann geschnitten werden. Das ist sehr oft „um Johanni herum“ und insofern gilt diese Volksweisheit immer noch. Das Wachstum wird gefördert, denn an den Schnittstellen bilden sich mindestens zwei neue Triebe. So bekommt die Pflanze im Laufe der Zeit ein immer voller wirkendes Blattwerk. Wie oft der Buchsbaum nun treibt, hängt im wesentlichen von der Sorte ab (siehe hierzu das Kapitel „Gliederung“), aber auch von den klimatischen oder sonstigen Bedingungen. Dann gibt es noch den „Erziehungsschnitt“, mit dem man den Buchsbaum in eine gewünschte Form bringen kann. Nicht alle Buchsbaumsorten sind dafür gleich geeignet, für diese Art von Solitärpflanzen sind besonders gut die Sorten „Blauer Heinz“, „Suffruticosa“ und „Buxussempervirens var. Arborescens“ geeignet (siehe auch das Kapitel „Eignung“).
Pflanzen haben immer das Bestreben, in die Höhe zu wachsen. Dabei sind die oberen Triebspitzen immer bevorzugt, man spricht von Apikaldominanz. Diese Gesetzmäßigkeit hat für den Formschnitt eine große Bedeutung: Wenn der Buchsbaum die gewünschte Höhe erreicht hat, schneidet man die Spitze sich mindestens zwei neue Triebe bilden, in die Breite. Auf diese Art kann man sich selbst die so beliebten Kugelformen heranzüchten, ein wenig Geduld vorausgesetzt. Ähnlich läuft es ab bei einem Hochstämmchen: Er ist nichts anderes als eine Kugel, mit dem Unterschied, dass man zuerst den Stamm bilden muss. Der Haupttrieb darf nicht entspitzt werden, man stützt ihn am besten mit einem Bambusstab. Die Seitenzweige werden dagegen gründlich entfernt. Erst wenn der Stamm die gewünschte Höhe erreicht hat, wird die Spitze entfernt und man beginnt durch wiederholtes Ausschneiden der jungen Triebspitzen mit dem Ausbau der kugeligen Krone. Hier braucht man natürlich noch mehr Geduld. Zuletzt sei noch erwähnt, dass es eine Reihe von Schablonen gibt, die man sich zum Teil auch selber herstellen kann. Dabei werden zunächst Gerüste aus sauber entrindeten Haselnussruten hergestellt, die später mit einem Maschendraht überzogen werden. Solche Schablonen können aber auch käuflich erworben werden, zum anderen lassen sich bei einfachen Formen auch Schablonen aus Pappe oder dünnem Holz herstellen.
Krankheiten und Schädlinge
Ein berüchtigter Schädling ist der Buchsbaumfloh. Diese Läuseart hinterlässt auf den Blättern einen weißen Belag
und ist daran leicht zu erkennen. Gegen diesen Schädling helfen Isektizide, die die Tiere töten, ohne dem Buchs zu schaden. Dieser Schädling ist, neben anderen, in untenstehender Liste aufgezählt. Als viel schlimmer aber stellt sich der neuerdings auftretende pilzliche Krankheitserreger Cylindrocladium buxicola dar (siehe auch Kapitel „Buchsbaumschnitt“).Diese Krankheit hat im Sommer/Herbst 2005 in großen Teilen Nordwest- und Westdeutschlands durch starken Blattfall und massives Absterben von Trieben und ganzen Pflanzen erstmals erhebliche Schäden bei diesem Ziergehölz verursacht. Unterschiedliche Standorte und Nutzungsformen einschl. Baumschulbestände waren betroffen. Besondere Anfälligkeit zeigte bei Buxus sempervirens die Sorte "Suffruticosa". Ein ähnlicher Starkbefall wird seit 1997 in Großbritannien verzeichnet. Cylindrocladium-Triebsterben kann sich zukünftig als bedeutender Schadfaktor an Buchsbaum etablieren, insbesondere bei einer Klimatendenz zu heißen und feuchten Sommern. Aufgrund teils ähnlicher Schadbilder wie auch des oft gleichzeitigen, gemeinsamen Auftretens mit anderen pilzlichen Erregern wie Volutella buxi oder Fusarium buxicola ist die Diagnose u.U. schwierig.(siehe nachfolgende tabellarische Übersicht über Schadsymptome pilzlicher und tierischer Erreger am Buchsbaum) Symptome:
Zunächst auf den jüngeren Blättern orange-braune Flecken mit dunklem Rand, auf den älteren dunkle Flecken oder Braunfärbung des gesamten Blattes. Die Rinde der Triebe ist streifenförmig dunkel. Je nach Fortschritt und Stärke des Befalls kommt es zu Blattfall und Absterben der Triebe. Zu Zeiten hoher Feuchte, z.B. in den Morgenstunden, ist an der Blattunterseite ein weißer Belag (Sporenbildung) sichtbar.
Infektion: Fördernd für Sporenbildung, Verbreitung und Neuinfektion ist neben hoher Temperatur vor allem Blattnässe über 5 bis 7 Stunden Dauer und mehr. Im Bestand werden die Sporen durch Wind oder auf andere mechanische Art übertragen. Infektionsquellen sind neben Blättern mit frischer Sporulation auch abgefallenes Laub und Pflanzenrückstände am Boden sowie Dauersporen aus Vorjahren. Wunden nach Schnittmaßnahmen sind zwar Eintrittspforten, bei ausreichender Befeuchtung der Pflanzen infizieren die Sporen gleichwohl direkt die Blätter und Triebe.
Maßnahmen: Zur Wirksamkeit zugelassener Fungizide liegen bisher kaum Erfahrungen vor. Um Befall einzudämmen, wird ein radikaler Rückschnitt erkrankter Pflanzen und die Vernichtung des Schnittgutes einschließlich Falllaub (keine Kompostierung) empfohlen. Sehr wichtig ist, soweit möglich und insbesondere bei heißem Wetter, die Vermeidung übermäßiger Feuchtigkeit im Bestand (keine Beregnung von Baumschulbeständen, Einzelpflanzen nur von unten gießen). Vorbeugend wirken Hygienemaßnahmen wie die Desinfektion von Arbeitsgeräten, Flächenwechsel in Produktionsbetrieben sowie entsprechende Standort- und Sortenwahl. Cylindrocladium buxicolaist in der EPPO Alert List als Schaderreger gelistet, der ein potentielles phytosanitäres Risiko darstellt. Es wird seitens der EPPO (= Europäische und Mediterrane Pflanzenschutzorganisation) geprüft, ob dieser Schaderreger als Quarantäneschadorganismus einzustufen und gesetzlich zu regeln ist. Befallsverdächtige Symptome am Buchsbaum sind dem Pflanzenschutzdienst mitzuteilen, um durch eine labordiagnostische Untersuchung den Erreger festzustellen und ggf. durch geeignete Bekämpfungsmaßnahmen eine Ausbreitung des Cylindrocladium-Triebsterbens zu verhindern.
(Siehe auch Pflanzenschutzinformation, Fachgebiet Baumschulen und Landschaftsgartenbau, 10/2006, des Pflanzenschutzdienstes des Landes Brandenburg vom 04.05.2006.)Nachfolgend eine Übersicht über Schadsymptomen an Buchsbaum.
Historische und Öffentliche Buchsgärten
Zu guter Letzt – denn grau ist alle Theorie – seien hier eine Reihe von historischen und öffentlichen Buchsbaumgärten aufgelistet, dort kann man die Arten- und Sortenvielfalt des Buchsbaums als Hecke, Kugel, Pyramide, Figur oder bodendeckende Gestaltungsform hautnah bewundern.
Großer Garten Herrenhausen
In diesem Barockgarten findet man so viele und so reich gestaltete Buchs-Broderien wie nirgendwo in Deutschland. Neben der „Großen Paterre“, den „Kleinen Buchsgärten“, dem „Springwassergarten“ und dem „Renaissancegarten“ gibt es hier auch einen Buchsbaumlehrpfad, eine sehr sehenswerte Sammlung von Buxus-Arten und –Sorten. B.S. „Blauer Heinz“ und B.M. „Herrenhausen“ haben hier Ihren Ursprung.
Der Schwetzinger Schlossgarten
Anspruchsvolle Buchs-Broderien, Rahmenbeete und Zierwege wechseln sich hier ab. Neben niedrigen Buchshecken, die alle acht Jahre heruntergeschnitten und alle fünfzehn Jahre durch neue Stecklinge ersetzt werden, gibt es hier auch barocke Blumenbänder, die je nach Jahreszeit ihre Farben wechseln.
Das Gartenparterre in Sanssouci
Im Gartenparterre zu Füßen des Weinberges in Sanssouci gibt es neben einfachen und doppelten Buchsbaumeinfassungen auch eine Vielzahl von Blumen zu bewundern, die besonders im Frühling um die Wette blühen. Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, 14469 Potsdam
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Auch alle diese aufgeführten historischen Buchsbaumgärten sind einen Besuch wert und geben einen guten Überblick über die in Kombination mit dem Buchsbaum entstandene Gartenbaukunst. Neben vielen privaten Buchsgärten gibt es noch eine ganze Reihe von öffentlichen Buchsgärten zu bewundern, die wichtigsten seien hier kurz aufgeführt:
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